Ein Dienst, der Seinesgleichen sucht...

Es begann heute nacht mit einem Telefonanruf nach kurzen 2 Stunden Schlaf. Die Transplantationskoordinatorin (ein ganz schön schwer zu schreibendes Wort, wenn man müde ist, aber ich hoffe ich hab es richtig gemacht) fragte mich, ob ich in 40 Minuten an der Notfallpforte sein könne. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich mit Blumen, Sternen oder irgendeinem anderen sinnlosen Traum beschäftigt, war aber nicht wirklich motiviert, dieses gegen die reelle Umgebung um mich auszutauschen. Also antwortete ich...ja, selbstverständlich (da war Hirn mal wieder schneller als Herz ;-)).

Vorm Notfalleingang traf ich dann auf meinen Oberarzt, eine OPS-Schwester und einen Taxifahrer, der uns für das geringe Entgelt von 550 Stutz mal schnell zum Zürcher Flughafen fuhr, da unser Flughafen wegen Regens nicht angesteuert werden konnte :-(



Von hier an, wurde es richtig gut :-). Erst wurden wir in den REGA-Hanger geführt, bekamen etwas zu Trinken bevor wir dann mit dem Jet direkt nach Paris flogen...ein Landeanflug in so etwas wie einem Privatjet über Paris bei Sonnenaufgang...ist zwar nicht so gut wie Sex, aber besser als ne Folge "Two and a half men" (aber auch nur EINE). Doch dann ging das Abenteuer ja erst richtig los...



Wir verluden unser Gerät in einen mit Blaulicht ausgestatteten Kombi und fuhren los. Der Ausdruck des Fahrens beschreibt jedoch nicht das, was wir in den nächsten 20 Minuten bei Spitzengeschwindigkeit von 130 Sachen im morgendlichen Berufsverkehr erleben durften :-).



Unsere aus zwei Motorradpolizisten bestehende Eskorte, sorgte für genügend Unterhaltung, so dass die Müdigkeit keine Chance hatte (okay...das Übelkeitsgefühl, das sich gegen Ende einstellte oder der Adrenalinspiegel taten ihren Rest). Man achte auf die Dame, die morgens um 6 die Strasse an einer Ampel überqueren wollte und von Glück sprechen konnte, nicht 2 Sekunden früher das Haus verlassen zu haben ;-).





Die beiden Jungs haben es hervorragend verstanden den vor uns "trödelnden" oder auch "entgegenkommenden" Auto klarzumachen, dass sie sich gefälligst verpieseln sollen. Das beginnt mit Sirene und Blaulicht, geht über zur bis zur Dyspnoe zum Einsatz gekommenen Pfeife, die sie unentwegt nutzen und steigerte sich bis zu wild gestikulierenden, zT freihändig ausgeführten Todes-Maneuvern um ja jedem klar zu machen, dass sie auf der Strasse nur 2 Dinge sehen wollen - das eine sind wir und das andere ist nicht IHR! Bei ganz komplex zu überzeugenden Autofahrern, wurde auch gern der Effefinger benutzt, mit der Faust bei 100 km/h gegen die Scheibe geschlagen oder einfach mit dem Fuss beim vorbeifahren der Karrosserie ein Tritt verpasst.

Auf jeden Fall kamen wir irgendwann zum Teil breit über das Gesicht grinsend, zum Teil den grünlichen Schleier im Gesicht verbergend mit den Jungs von der Gendarmerie am Spital an.



Nach erfolgreicher Multiorganentnahme ging es dann natürlich noch pressanter (Höchstgeschwindigkeit 145 km/h, absolute Übelkeitsgrenze) mit einem nanosekunden schnellen Blick z.B. am Notre Dame vorbei zurück zum Flughafen. Das Video sagt mehr als 1000 Worte...es war einfach wieder zum Schiessen und die Jungs auf den Motorrädern haben ihren Einsatz sichtlich genossen :-)





Den Rückflug durfte ich dann im Cockpit geniessen - eine Chance die man seit 9/11 leider so gut wie überhaupt nicht mehr hat, also musste ich einfach zugreifen - und habe dabei tolle Bilder der Schweiz, auch wenn triefend nass...die Schweiz, nicht die Bilder...schiessen können (auch wenn es niemanden interessiert...meine Wohnung konnte ich auch sehen - zumindest so ungefähr :-D).



Die Landung selber möchte ich euch einfach ganz unkommentiert hier zeigen :-)




Alles in allem ein anstrengender, spannender, mit wenig Schlaf verbundener, aber gerade aufgrund dieser Mischung beste Dienst, den ich in den letzten 6 Jahren (und länger mache ich noch keinen Dienst) erleben durfte.



Und die Patientin hat ihr Organ noch rechtzeitig erhalten...

gruesse, die niere
10.8.09 17:03




Der Sommer darf kommen...

Endlich wird es so, wie ich mir einen Sommer vorstelle, nachdem wir
vorgestern hier doch wirklich Hagel hatten...im Juli *kopfschüttel*
gruesse, die niere

25.7.09 21:35


Die grosse Insel




Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die grösste Insel von Hawaii's heisst Hawaii und wird in der Umgangssprache eigentlich nur Big Island genannt. Was nicht weiter verwunderlich ist, da es nun einmal die grosse Insel ist...aber genug davon. Bevor wir in Big Island landeten haben wir die verschiedensten Meinungen darüber gehört, aber die meisten fanden sie nicht sehr schön, nicht attraktiv genug oder wüssten kaum 2 Tage dort sinnvoll zu verbringen. Ohne vorgreifen zu wollen, welches ich mit dem nächsten Satz trotz dessen tue, es lohnt sich in jedem Fall. Jeder der Hawaii besucht, sollte auf keinen Fall Big Island verpassen. Allein schon deswegen weil sie so ganz anders als Oahu oder Maui ist. Auch ich würde meinen gesamten Hawaii Urlaub nicht auf dieser Insel verbringen aber hätten wir das verpasst, was wir dort erlebt haben, wäre der Urlaub in jedem Fall unvollkommen gewesen.

Die ersten zweieinhalb Tage verbachten wir in einem wunderschönem Bed and Breakfast auf der Gegenseite von Kona, nämlich bei Hilo (eine Stadt deren Charakter zwar von vielen Hawaiianern gelobt wurde, wir diesen jedoch wahrscheinlich analog zur Feststellung, eine Frau hätte Charakter, welches gleichbedeutend mit fehlender Schönheit ist, nicht finden konnte uns diese Stadt deswegen keine weitere Erwähnung in diesem Blog erfahren dürfte).



Der typische Hawaii Urlauber würde sich mit Sicherheit am Fehlen des Strandes stören (ich bin wieder beim Thema Bed and Breakfast), aber das ist nicht der Sinn der Urlaubes auf Big Island. Hier ist die Natur auf Platz 1. Nur hier findet man Wüste, Mondlandschaft, Steppe, Urwald, Strände, Kaffeeplantagen, kilometerhohe Berge und Vulkanlandschaften so nah nebeneinander wie nirgendwo anders. Aber eigentlich war ich bei unserem Bed and Breakfast stehen geblieben.
Betrieben wurde es durch Pat und ihre Schwestern, beides sehr herzige Damen, die ihre Rente damit aufbessern, Menschen ein kurzweiliges zu Hause mit einem traumhaften Frühstück zu bieten, wie man es nur selten findet. Wir haben uns ab der ersten Minute äussserst wohl gefühlt. Insgesamt gibt es nur 2 Zimmer für Gäste und das zweite war leer, so dass es einfach eine ganz persönliche Stimmung war. Abends haben wir zu viert auf dem Lanaii (der Festlandamerikaner würde Verenda sagen) gesessen und über Gott und die Welt geredet (naja...eigentlich mehr über die Unterschiede von USA und Europa, USA und Hawaii, Busch und das Gesundheitssystem hier in der Schweiz, in Deutschland und den USA).



Ausserdem haben wir viel Persönliches ausgetauscht und in den zweieinhalb Tagen haben wir alle uns so gut verstanden, dass die von uns angebotene Verabschiedung per Handschlag von Pat nur mit einem „Oh no...forget it. I have to HUG you, please!“ Wie gesagt...es war extremst herzig und wir sind jederzeit wieder willkommen. Und jeder der eine Bleibe auf Big Island sucht, sei dringend an dieses Bed and Breakfast in Ala Kai verwiesen. Ruhig, abgeschieden und eine Aussicht, die seinesgleichen sucht. Und - by the way - die coqui (das ist eine eingeschleppte Froschpest, die die ganze Nacht mit ihrem quäken jegliches Auto übertönen können) sind bisher nur in geringem Masse aufgetaucht.

An dem einen Tag haben wir die Gegend, die Natur, ihre (zugegebenermassen unterdurchschnittlichen Strände erkundet und die eine oder andere Legende gefunden :-)). So wird erzählt, dass ein Leuchtturmwärter eines Tages einer alten Dame, die er nicht kannte, etwas zu essen angeboten hat, die danach nie wieder gesehen wurde. Noch in der gleichen Nacht, brach der Pahoehoe aus und sendete Tonnen von heisser Lava über das Land bis kurz vor den Leuchtturm, wo sich der Lavafluss teilte und den Leuchtturm verschonte. Diese Gnade wurde Legenden nach durch Pele ermöglicht, die in Form der alten Dame dem Leuchtturmwärter erschien – also denkt daran...fahrt niemals an einer alten Dame auf Big Island vorbei ohne sie zu fragen, ob ihr sie mitnehmen oder ihr etwas Gutes tun könnt. So wunderschön diese Geschichte auch ist, so ernüchternd war die Realität als wir den Leuchtturm zu sehen bekamen. Dabei handelt es sich leider nur um eine Stahlgerüst mit einem Licht obenauf und entbehrt jeglicher romantischer Gefühle, die bei dieser Geschichte aufkommen mögen. ABER der Lavafluss ist bis heute zu sehen und auch wie er sich kurz vor dem Leuchtturm aufteilt und diesen damit verschonte.




Der zweite Tag stand ganz im Geiste der Vulkane, für die Big Island so bekannt ist. Vor einigen Monaten hat der Kilauea begonnen seine Aktivität wieder aufzunehmen und Lava, Schwefeldämpfe und Feuer zu spucken. Natürlich konnten wir uns dieses Naturspektakel nicht entgehen lassen und ich muss zugeben, dass ich beim Anblick eines aktiven Vulkans, der zur Zeit für durchschnittlich 15 Erdbeben pro Tag verantwortlich zeichnet, doch ergriffen war. Besonders beeindruckend ist die Dampfsäule die an der Küste über viele, viele Meilen sichtbar aufsteigt, wo sich die Lava explodierend in den Pazifik ergiesst.



Wirklich beeindruckend wurde der Anblick jedoch erst zu dem Zeitpunkt, an dem die Sonne untergegangen war und man dem Spektakel an dem Punkt mit der besten Aussicht, der volkfestartig belagert wurde, beiwohnen durfte. Das wirklich Schöne daran war natürlich der Anblick, den man als normaler Mensch wahrscheinlich nur einmal in seinem Leben zu Gesicht bekommt – ein Feuerwerk, welches jedoch jegliches bisher gesehene in den Schatten stellt.



Ein emotionales Erlebnis wurde es aber auch erst dadurch, dass trotz der Anwesenheit von bestimmt 100 Menschen an diesem Punkt (mitten auf einem nicht mit dem Auto zugänglichen Lavafeld) eine Stille und Andacht herrschte, die ich heute zum Beispiel hier in Bern therapierefraktär gesucht habe.

Beeindruckend – wenn auch in anderer Weise – war jedoch auch der Weg zu dem Aussichtspunkt. Man fuhr einen Highway einfach soweit bis eine Eisentor kam auf dem das Ende eben dieses Highways verkündet wurde, eine Durchfahrt geschehe auf eigene Gefahr und nur wenige Meter oder im Fall von Hawaii yards später wusste man auch warum. Die Strasse wechselte mehrmals...einige hundert Meter konnte man ein sich auf asphaltierter Strasse, dann wiederum eine Meile auf erkalteter Lava den Weg bahnen.



Das wirklich Wahnwitzige waren jedoch die Grundstücksbesitzer, die nachdem ihre Grundstücke von der Lava zerstört wurden einfach ihre Häuser erneut aufbauten...auf den Tonnen von Lava, ohne echte Strasse, Strom, Wasser oder sonst einer Annehmlichkeit, die man als westlicher Mensch erwarten würde – beeindruckend aber auch irgendwie krank :-). Den Vogel schoss jedoch ein Grundstückbesitzer mit einem „zu verkaufen“ Schild ab.

Danach war es Zeit auf die andere Seite der Insel zu wechseln, die wiederum berühmt für ihre Kaffeeplantagen, schönen Strände und das touristisch verseuchte Kona war. Aber davon berichte ich ein anderes mal.

gruesse, die niere
28.9.08 21:53


Pride of America

Jeder, der nach Hawaii kommt und auch nur den Hauch einer Ahnung von Geschichte hat oder zumindest den Film im Kino gesehen hat, weiss, dass Oahu eng mit Pearl Harbour und dem Drama im Dezember 1941 verknüpft ist, deswegen durfte dieser Programmpunkt am letzten vollen Tag auf dieser Insel nicht fehlen. Früh aufgebrochen um den langen Schlangen der Touristen zu entgehen standen wir so um kurz nach 8 Uhr auf und hatten Glück, dass wir nicht lange anstehen mussten. Auch wenn es eigentlich dort auf dem Gelände des Memorials nicht viel zu sehen gibt, für dass sich Terroristen begeistern könnten, ist das Mitführen von Taschen (auch kleine Handtaschen) und grösseren Kameras nicht erlaubt – halt die allgegenwärtige Angst der Amerikaner oder vielmehr – in meinen Augen – das mächtige Instrument der Regierung Gesetze auf den Weg zu bringen, die unwiederbringliche Einschneidungen in die Privatssphäre der Menschen dieses Landes mit sich bringen und häufig nicht als solche gesehen werden, aber das ist ein anderes Thema.


Zuerst gab es in einem Kino einen guten unprätentiösen Film ohne grossen Nationalstloz bevor es auf die Fähre zum eigentlichen Memorial der USS Arizona geht – dabei handelt sich um eines der Schiffe, die damals bei dem Angriff ziemlich schnell sanken und viele Menschen mit in den Tod rissen. Viel zu sehen gibt es auch dort nicht, aber es ist trotzdem den Besuch wert, das es als Erinnerung und Grabesstätte doch eine Atmosphäre ausstrahlt, die dem Event angemessen erscheint – wäre da nicht der Marine, der die ganze Zeit durch das eigentliche Memorial brüllt, dass man aus Rücksicht auf die Toten und die Symbolik dieses Ortes bitte ruhig zu sein hat *kopfschüttel*.

Eine interessante Frage habe ich aber noch. Damals nach Sinken der USS Arizona wurden per Klopfzeichen noch 2 eingeschlossene Menschen im Schiffsrumpf gefunden, die man zu retten versuchte. Das hätte auch alles gut geklappt, wenn die Männer nicht an den Dämpfen der Schweissarbeiten erstickt worden wären, die man unweigerlich produziert hatte als man versucht hat, sie zu befreien. Gibt es da heute andere Methoden? Oder besteht die Gefahr heute immer noch?



Der Nachmittag war dann ganz einem ausgiebigen Frühstück, dem Besuch des grössten Shops für Hawaiihemden auf der Welt und dem Strand bei Wailea gewidmet. Der Shop war wirklich beeindruckend. Noch nie habe ich einen Laden gesehen, der so vollgestopft mit Kleidung war...erst recht nicht mit einzig und allein nur Hawaii-Hemden – von teuren Originalen, über gut gemachte Replika zu billigem Zeug. Natürlich kam ich nicht herum, meine Sammlung mit einem Exemplar aus diesem Laden zu erweitern :-).

Der nächste Morgen wurde dann ein wenig stressig und gestern hätte ich geschrieben, dass ich noch nie so spät auf einen Flug gegangen bin, aber das hat sich seit 24 Stunden auch erledigt, aber die Story bekommt ihr natürlich trotzdem. Morgens zu spät aufgewacht, dann schnell zum Leihwagen gelaufen, den wir aufgebrochen aufgefunden haben. Auch wenn nichts gestohlen wurde, verlangt die Rental-Company, dass man eine Anzeige bei der Polizei erstattet, was aber im Hinblick auf einen in 100 Minuten geplanten Abflug nicht möglich war. Also fuhren wir mit dem um das Kofferraumschloss entledigten Auto zu Alamo (eben die Rental-Company) und trafen dort 70 Minuten vor Abflug ein – den Teil, in dem wir uns noch dreimal verfahren haben, lasse ich lieber im Hinblick auf meinen Blutdruck aus. Der Rest ist Historie!
Sie waren zum Glück sehr nett und umgänglich. Die Anzeige konnte ausbleiben, ein Anruf reichte, die Versicherung übernahm die Kosten und wir betraten das Flughafengebäude 45 Minuten vor Abflug. Die Dame am Check-in meinte nur, dass unser Gepäck es ggf. nicht mehr auf den Flug schaffen würde, aber das war egal. Hauptsache wir würden rechtzeitig auf Big Island eintreffen, was uns auch hervorragend gelang...sogar inklusive Gepäck. Alles weitere kommt später :-)

gruesse, die niere

PS: Bei der Pride of America handelt es sich im übrigen um so etwas wie die MS Deutschland, die gerade im Hafen von Honolulu und später auch Kona vor Anker lag und mir einfach kein besserer Titel eingefallen ist...
23.9.08 06:55


Oahu – the next days

Jetzt ist es schon knapp 2 Wochen her, dass ich das letzte Mal in den Blog geschrieben habe, obwohl oder vielleicht gerade weil so viel passiert ist in den letzten Tagen. Aber ich sollte lieber einmal vorne anfangen...nämlich wie es auf Oahu weiterging nachdem wir bei den Lost-Dreharbeiten dabei waren.


Am nächsten Tag ging es zur Erkundung von Honolulu und Waikiki, beides Paradiese, die von den Amerikanern immer hoch gelobt werden, aber in Wirklichkeit – wenn man von den Skyscrapern absieht – nichts anderes sind als die vergangenen Vorbilder von diversen mallorcienischen Enklaven, in denen noch heute der Kommerz herrscht, der Individualismus eher untergeordnet ist und es eigentlich mehr um Geld als um alles andere geht. Das klingt jetzt ein wenig negativ, soll es auch sein, aber man darf es auch nicht zu scharf sehen. Die Beachparks, die die Amerikaner vor die Skyscraper gesetzt haben, sind hervorragend, die Wellen laden gerade dazu ein ein wenig Bodysurfing oder sogar richtiges Wellenreiten zu betreiben und wo sonst kann man nur 10m vom Strand weg mal schnell noch ne Tasche von Gucci kaufen oder sich eine Kunstgallerie mit klassischen oder eben auch grausigen zeitgenössischen hawaiianischen Künstlern anschauen (es gibt da einen, der liebend gerne Bilder von Weinflaschen malt – ein oder zwei sind ja noch witzig, aber gleich 100???).


Was aber wirklich ein wenig nervt...und das nicht nur in der Schweiz, wie ich jetzt lebensnah erfahren durfte...ist der Tend zu Crocs. Ihr kennt sie bestimmt alle, diese Plastikschuhe, die einfach nur grausig aussehen, aber so viele Menschen unglaublich gerne tragen, weil sie ja soooo bequem sind – schrecklich. Nicht nur, dass hier auf Hawaii diese Teile auch alle Menschen tragen (mit einem deutlichen Schwerpunkt auf unseren japanischen Kollegen – über die ich hier in Hawaii sogar ein eigenes Kapitel scheiben könnte :-D) sondern es gibt hier riesige Crocs-Shops, die einfach nur mit 1000en von diesen Schuhen gepflaster sind und dir jedes Modell in jder Grösse, Ausführung und Farbe anbieten – ach ja...nebenbei haben die nach den ABC-Stores auch die kältesten Klimaanlagen.


Aber kommen wir zurück zu Honolulu und Waikiki...der Vorteil neben den tollen Beachparks liegt noch in den Chicks...auch wenn man hier kein FKK oder eben halbes FKK betreiben darf, kümmern sich die jungen, gutaussehenden Damen der Schöpfung darum mit so wenig Stoff wie möglich herumzulaufen. Wozu auch mehr Tragen, wenn ein Faden oder ein gut portioniertes Stück Stoff in der Grösse eines 5-Mark-Stücks es auch tut. Oder wenn sie dann mal ne Jeans-Hotpants tragen, dann scheint es einen neuen Trend zu geben – nämlich weder Knopf noch Reissverschluss zu schliessen und sie quasi offen zu tragen. Oh mein Gott...ich klinge wie ein Spiesser, aber dabei soll das garnicht meine Absicht sein. Vielmehr habe ich mich über die allgegenwärtige Doppelmoral der Amis aufgeregt. Auf der einen Seite darfst du am Strand keine Nippel zeigen, aber auf der Strasse laufen einige Damen rum, die vielmehr zeigen als ein paar Nippel. Oder du darfst an öffentlichen Orten keinen Alkohol trinken, aber überall sieht man Menschen Flüssigkeiten aus braunen Papierbeuteln schlürfen, die man immer umsonst dazu bekommt, wenn man ein Bier oder einen Wein kauft – lächerlich!


Für jeden, der einmal nach Hawaii fliegen möchte, rate ich dringend dazu, sich einen Tag Honolulu und insbesondere Waikiki anzuschauen, denn es gehört einfach dazu. Das ist ein Teil der hawaiianischen Seele, auch wenn die meisten - in diesem Wortsinn toten – Hawaiianer sich im Grabe umdrehen würden, täten sie das hören. Ich bin froh es gesehen zu haben und bin aber noch glücklicher, den Rest der hawaiianischen Seele kennenlernen zu dürfen, der so viel schöner, aufregender, spannender, vielseitiger und niveauvoller ist.

Es gibt aber wie gesagt auch sehr schöne Stellen auch sehr coole Bars mit hawaiianischer Livemusik, aber diese riesigen Wolkenkratzer, die zum Teil auf einer Seite 400 Balkone und mehr haben, stören das Bild eines entspannten Urlaubes ein wenig – und trotzdem gibt es Millionen von (in diesem Fall vorwiegend) Amerikanern, die jedes Jahr diese Enklave stürmen, dort ihre „Zelte“ aufschlagen und den Ort niemals verlassen...bis auf vielleicht einen Hike auf den Diamond Head Crater am Ende von Waikiki – einfach schade.

An dem Tag haben wir uns aber zum Glück nicht nur den kommerziellen Strandteil der Stadt angeschaut, sondern auch versucht ein wenig Einblick in die Kultur zu gewinnen. Das sollte durch den Besuch des Hafens, des Aloha-Towers, der recht bekannten Chinatown und schlussendlich des Iolani-Palastes erfolgen. Ersteres kann man sich sparen, da es wirklich nichts Schönes dort zu entdecken gibt (Restaurants möchte ich bei diesem Artikel einmal aussparen, da wir diese leider nicht getestet haben). Zweiteres ist zwar ein schöner Turm auf den man steigen kann und dann, wie bei Tümren so üblich, auch wieder runterschauen kann, aber weder ist die Aussicht besonders noch gibt der Turm an sich viel Aufschluss über seine nicht ganz so spannende Vergangenheit. Chinatown konnte bei uns natürlich nicht gewinnen, da wir nur wenige Tage zuvor durch Chinatown in San Francisco gelaufen sind und im Vergleich dazu nur ein müdes Lächeln unseren Gesichtern entlocken konnte. Aber Letzeres, nämlich der Iolani-Palace, welches der Regierungssitz von Kamehameha, the great bis Kamehameha V. Fungierte und damit das Herz des Landes war bevor es Ende des 19. Jahrhunderts von Amerika annektiert und in den 50er Jahren ein Bundesstaat der USA wurde. Wer jemals in den Genuss kommt, Zeit für diesen Palast zu haben, sollte dringend die geführte Tour machen. Der Palast ist schon sehr beeindruckend, aber die Geschichte des Landes wurde durch unseren Guide dermassen lebensnah und „echt“ erzählt, dass man ihm noch Stunden hätte zuhören können. Insbesonderedie Aussprache der hawaiianischen Worte wurde uns dort zum ersten Mal näher gebracht, denn hier werden viele Worte eher abgehackt ausgesprochen und die Buchstaben bekommen einen wichtigen Anteil im Wortlaut. So heisst es auch nicht Hawaii – so wie es jeder ausspricht – sondern wird eher Hawa...i ausgesprochen. Aber genug davon...es geht in den Landeanflug und ich muss aufhören.

gruesse, die niere
23.9.08 06:53


Es ist einfach unglaublich...



Ich muss mich dafür entschuldigen, dass ich nun schon seit mehreren Tagen nichts mehr geschrieben habe, aber das lag daran, dass ich hier auf Hawaii einfach so viel erlebt habe, dass wir meistens entweder früh und total fertig oder spät und gut beduselt ins Bett gefallen sind.

Aber ich werde alle spannenden, witzigen und geilen Erlebnisse noch zu Papier, respektive Tastatur bringen - versprochen.

Das wirklich Unglaubliche ist einfach erklärt: Ich sitze hier auf meinem Lanai (das ist der hawaiianische Ausdruck für Terrasse) ca. 7m vom Strand entfernt und schaue auf den Pazifik, während ich euch diese wenigen Zeilen schreibe. Heute morgen direkt nach dem Aufstehen sind wir erstmal ein wenig Schwimmen gewesen, bevor es unter die Dusche ging und wir uns dann das Frühstück abgeholt haben, dass wir natürlich wieder direkt am Meer eingenommen haben. Es ist strahlend blauer Himmel, das Wasser hat locker 23 Grad, von der Luft brauche ich garnicht zu sprechen und mal sehen...wenn alles klappt, werden wir heute mal zwei Stunden Waverider-Schule besuchen...vielleicht schaff ich es ja eine Welle zu reiten ;-)

Bis bald und liebe gruesse, die niere
18.9.08 21:43


Addicted to Lost

Jeder, der mich einigermassen kennt, weiss, wie sehr ich Filme schätze und bestimmte Serien liebe. Ich könnte an dieser Stelle ein schier nicht endend wollende Auflistung von Serien geben, derer Folgen ich alle gesehen habe, nur um eine weitere Liste folgen zu lassen, derer Folgen ich fast alle gesehen habe. Und zum Abschluss gäbe es dann noch eine Liste mit Serien, derer Folgen ich zwar nicht alle gesehen habe, aber deren Bann ich mich nicht entziehen konnte und sie bis heute noch liebe.

Aus Zeit-, Platz- und Interessensgründen euerseits erspare ich euch eine Auflistung. Wer nach rechts auf dieser Webseite schaut, wird einige Vertreter der ersten Kategorie finden: Ob „Malcolm in the middle“, „24“, „Frasier“, „Six feet under“, „Nip/Tuck“, „Alias“...alle habe ich (oder tue es noch immer) auf ihre Art geliebt und bewundert, wobei die Bewunderung eher den Regisseuren, Drehbuchautoren und Schauspielern galt, aber keine hat mich mehr in seinen Bann gezogen als „Lost“.

Klar habe ich ähnlich fanatisch auf neue Folgen gewartet und frenetisch neue Folgen gefeiert, aber heute bin ich bereits 29b – man könnte fast erwachsen sagen – und die Faszination lässt mich weiter wie ein kleines Kind auf jede Folge, jede überaschende Wendung oder neue Offenbarung warten.

Aber nun zum Kern des Pudels, um eine bekannte Redewendung einen neuen Touch zu geben. Auf Hawaii werden einen Unmenge von Filmen und Serien gedreht. So sind wir an Robins Nest (das Anwesen auf dem Magnum gelebt hat) vorbei gekommen, haben die Strassen von Hawaii 5-0 unsicher gemacht und haben uns (man ahnt es schon, wenn man die Überschrift und die Ausschweifungen meinerseits obig gelesen hat) einige Ecken angeschaut, die der eine oder andere geneigte und vor allem aufmerksame Zuschauer von Lost wiedererkennen könnte.

Mein Addict to Lost geht soweit, dass ich bereits Nächte im Nachtdienst verbracht habe, in denen ich mich von Seite zu Seite in www.lostpedia.com gelesen habe. Ich habe alle Reality Games aufmerksam verfolgt (insbesondere das erste war faszinierrend und hat geile Einblicke in das gewährt, was man heutzutage als virale Werbung bezeichnet und J.J. Abrahams nur zu Gut beherrscht), mich aktuell bei der Dharma Initiative beworben. Man kann also sagen, dass mich J.J. Abrahams mit seiner Werbestrategie vollends eingenommen hat...und ich bin sogar noch stolz drauf *kopfschüttel*

Hier einige meiner zufälligen und weniger zufälligen Begegnungen:


Wer sich an die 6. Folge der ersten Staffel erinnert, in der Jin und Sun ihre Eheschliessung feiern, wird diesen Tempel wiedererkennen, der eigentlich auf Hawaii mitten in einem Friedhof liegt und wirklich malerisch angelegt ist.



Und wer kann sich noch an den Steg am Ende der zweiten Staffel erinnern, von dem Jack, Sawyer & Kate in das Dorf von The Others gebracht wurden und Michael mit seinem Sohn die Insel verlassen konnte...auch dieser ist auf Hawaii.





Und das Dorf von The Others, welches wir am Anfang der dritten Staffel zum ersten Mal zu sehen bekommen, ist – man ist nicht mehr wirklich überascht – auch auf Hawaii.

Jetzt aber einige Highlights, denn die Requisiten der Serien, wurde nach ihrer Benutzung nicht automatisch zerstört und weggeschmissen sondern werden fein säuberlich, wenn auch gut versteckt und nur unter leichtem Brechen einiger weniger strengen Gesetze (*hoff*) aufzufinden, gehortet. Ganz in der Näeh des Flughafens, auf dem Mr. Eko's Bruder mit seinem kleinen Flugzeug voller Drogen Afrika verlässt, findet man einen kleinen abgezäunten Bereich mit den hier gezeigten Juwelen.


Das Fahrwerk des Fluges Oceanic 815.



Die Turbine des gleichen Fluges, die gleich in der ersten Folge direkt am Strand explodiert ist erstaunlicherweise gut erhalten.



Und hier einiger weitere Flugzeugschrott, der in der Serie genutzt wurde.



Das vermeintliche Highlight des Tages wurde leider dadurch getrübt, dass die Midsection des Flugzeuges komplett neu verhüllt wurde, damit fotogierige Touristen wie ich, keinen Anreiz haben mehr, mitten über die Start- und Landebahnen des Dillingham Airfields zu brettern, um Fotos wie diese zu schiessen :-).

Ich schreibe oben vermeintlich, weil ich noch einen Tipp bekommen habe, wo einige der Filmaufnahmen der dritten und vierten Staffel stattfanden. Das ganze nennt sich Police Beach und ist ziemlich schwer zu finden, aber als wir dann tatsächlich am Strand ankamen, wurde schnell klar, dass die Dreharbeiten hier noch immer im Gang sind.


Der Zugang war nicht wirklich öffentlich...


Aber ein Scheinwerfer am Strand schon ein wenig auffällig...


Und einige von den grossen lost-Fans werden auch diese Holzkonstruktion wiedererkennen...


Leider habe ich keine Ahnung, welches Gebäude, sich hinter dieser Tarnung versteckt, aber die fünfte Staffel wird es uns bestimmt sagen.

So...das sollte eigentlich alles gewesen sein...wenn...ja....wenn ich mich nicht noch mit einem der herumstreunenden Securitiymenschen unterhalten hätte, der meinte, dass in wenigen Stunden der Zugang zum Strand vollständig abgeschottet werden würde...einen besseren Grund wiederzukommen konnte er mich nicht geben.

Zwei Stunden verbrachten wir so einen Teil des Nachmittages mit Miles, Daniel und Charlotte, die mitten am Drehen waren. Als Highlight kamen dann noch Juliet und natürlich Sawyer dazu, der sich in einer solchen Regelmässigkeit durch die Haare strich, dass man glauben konnte, er befindet sich noch immer in seiner Cool Water Werbung :-)

Nur als Erinnerung für mich: Juliet und Sawyer landen mit dem Boot am Strand und treffen auf Miles (auf einem Stamm sitzend), Charlotte und Daniel, der ihnen etwas erklärt, woraufhin sie nacheinander den Strand Richtung Festland verlassen und Charlotte stehen lassen, die sich durch die Haare geht.







Wer genau darauf achtet, wird sehen, dass Juleit auch während des Drehens eine Wasserflasche hinten in der Hose stecken hat...aber auf den Filmaufnahmen wird es wohl eher nicht zu sehen sein :-)


Leider habe ich die Klimmzüge von Juliet nicht drauf, die sie am Baum im Hintergrund aus Langeweile zwischen den Takes gemacht hat.


Was Sawyer dort regelmässig mit seinen Füssen im Sand gemacht hat, hab ich bis heute nicht verstanden...








Leider haben wir den Auslöser auch nicht rechtzeitig drücken können als Charlotte ihre Brüste in mit viel manuellen Einsatz ins rechte Licht rückte...etwas, dass der gesamten Filmcrew inkl. J.J. Abrahams sichtlich Spass machte :-D

Schlussendlich noch ein letzter Highlight, dass jedoch mehr aus Zufall als in Absicht entstanden ist. Wer kennt nicht das Foto von Desmond und Penny kurz bevor er sie für immer verlässt...



Und oh Wunder...auch diese Aufnahme wurde nicht auf dem Festland gemacht, sondern direkt am Ala Wai Yacht Harbour in Waikiki (okay...es ist nicht genau der exakte Aufnahmeplatz und Mann und Frau sind vertauscht, aber das war ja auch nur eine Zufallsaufnahme aus dem Kopf).



In diesem Sinne wünsche ich euch nen tollen Wochenanfang...wir gehen jetzt schlafen und morgen geht’s nach Big Island.

gruesse, die niere
8.9.08 09:58


Be sure to wear some flowers in your hair...

So...nun sitze ich wieder einmal im Flieger. Diesmal aber von San Francisco nach Ohau...also Hawaii. Die letzten drei Tage haben wir in San Francisco wirklich überragend tolle Tage verbracht. Als wir am Abend ankamen mussten wir uns erstmal auf dem Flughafen zurecht finden, was aber durch die etwas eigenwillige Makierung hier in den USA durchaus erschwert wurde. Schlussendlich fanden wir jedoch einen ATM und den Bus, der uns in unser Hotel bringen sollte, was er zum Glück auch tatsächlich tat. Der Weg dorthin war zwar zwischenzeitlich von einigen Zweifeln gepflastert, da es not uncommon war die typischen Bilder von ziemlich heruntergekommenen Pennern zu sehen, die filmgleich ihren Einkaufswagen mit Müll und anderen Dingen vor sich hinschoben, nur um 15m weiter (oder wie man hier sagen würde 35 feet further (ich kann diesem unmetrischen System hier nicht viel abgewinnen...alles ist hier anders...ob Entfernug, Volumen oder Trinkgeld...aber dazu später mehr) durch einen Drogendealer – klischeehaft natürlich ein Schwarzer – unterbrochen zu werden. Kann auch sein, dass er nur der Nachbar war, der dem anderen Typen etwas Mehl geborgt hat, da dieser einen Kuchen für seine Grossmutter machen wollte, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Aberf nun zum eigentlichen Thema. Das Hotel lag super...war warem im 6. Stock Ecke Post und Tayler Street untergebracht – nur zwei Blocks von der Nobelmeile am Unionsquare entfernt...na gut...zwei Blocks südlich von uns begannen halt auch die Viertel, in denen – wie es so schön heisst – die Anwesenheit nach Einbruch der Dunkelheit not recommend“ ist :-). Aber wir waren zufrieden...bis auf den kleinen Umstand, dass der Fahrstuhl kaputt und – wie gesagt – das Zimmer im sechsten Stock war. Aber was sind schon zwei Koffer, die 40 kg wiegen, wenn man sein Gegenüber beeindrucken möchte. Oben angekommen genoss ich die tolle Aussicht, einen Stoss aus dem Asthmaspray und liess die Sauerstofftherapie über mich ergehen. Der Tag endete mit einem Cocktail in einem der nobelsten Hotels der Stadt: Beschrieben wurde es als ein Dschungel, in dem es ab und an auch einen Tsunami zu erleben gibt. Erstes Problem war jedoch das Auffinden der Facility. Bis zum Auffinden, dieses wirklich toll ausgestatteten Etablisements lernten wir das gesamte Hotel kennen – von oben bis unten – nur um zu erfahren, dass der songenannte Tongaroom einfach irgendwo unten im Keller untergerbacht war. Das Teil war – muss man zugeben – wirklich cool & speziell: Vieles aus Bambus gebaucht, überall Schlingpflanzen, tolle Atmosphäre, einen Teich in der Mitte und jede halbe Stunde gab es ein Gewitter mit Regen – eindrucksvoll. Aber...die Cocktails waren vorgemixt und bereits 60 Sekunden nach der Bestellung fertig auf dem Tisch, schmeckten suboptimal...also...hmmm...naja...wie die Cocktails halt in einem All inklusive Hotel schmecken...nur dass sie eben dieser Bezeichnung nicht genügten, da die orale Aufnahme einen finanziellen Obulus erforderten, der meiner Meinung nach ein wenig zu „grosszügig“ bemessen war. Aber egal...mein Tipp, wenn man in San Francisco ist: Geht hin, schaut es euch an, es gibt ne grosse Bierkarte und geniesst ein kühles Blondes – wenn man sie eine halbe Stunde Zeit lässt ist das Unwetter auch inklusive.

Am nächsten Morgen ging unsere Erkundungstour los: Ich hatte mich schon eingelesen und einen Plan gemacht, was ich alles in Frisco sehen möchte. Ein Hinweis, für alle die jetzt schon aufstöhnen – nein, ich hab es nicht geschafft und musste leider auf einige Pläne verzichten, was jedoch nicht im geringsten, den Genuss der letzten Tage schmälern konnte.
Wir begannen am Unionsquare, der voller berühmter Läden wie Tiffany's, Macy's, Victoria Secrets und anderen Nobelmarken ist, die wir haben im Tausch gegen ein leckeres Frühstück links liegen liessen.Dann gings nach China Town, ein Stadtteil, von dem man sich sagen kann, was mehr beeindruckt: Die Fülle an geschmacklosem billigen chinesischem Zeug, die Gerüche, bei denen es in den ersten 10 Sekunden schwer ist zu entscheiden, ob es sich um Essen oder Exkremente (fängt beides wenigstens mit E an) handelt oder die unzählbare Anzahl an Geschäften, die diese typisch chinesischen Seidenkleider anbieten (und ich kann stolz behaupten – für alle geneigten Leser möchte ich die Intonation dieses Halbsatzes aus gesundheitlichen Gründen lieber nicht allzusehr präzisieren – in allen in ganz Chinatown gewesen zu sein – mit Freude (zugegebenermassen anfänglich ausgeprägter als gen Ende) undzu guter Letzt auch mit einem guten Ende).

Später stiegen wir die Filbert Steps bis zum Coit Tower auf, ein Turm auf einer Erhebung in San Francisco mit einem beeindruckenden Blick über die Stadt. Dann folgte Fisherman's Wharf...das San Fanciscosche Pendant zur Hafenstadt in Hamburg. Leider extremst von Touristen überlaufen, wie eigentlich jede Ecke in dieser Stadt (ausgenommen von dem Viertel, in dem der nette Herr seinem Nachbar das Mehl geliehen hat), aber nichtsdestotrotz äussert schön. Der Lunsch direkt am Wasser mit direktem Blick auf die Golden Gate Bridge und genau gegenüber von Alcatraz ist etwas, das man nicht alle Tage geniessen kann. Highlight sind mit Sicherheit auch die Seelöwen gewesen, die schon seit Jahren den Pier 39 belagern und sich dort gegenseitig vom Steg schubsen, der die dem anderen den eben eingenommenen Sonnplatz missgönnen. Ein Wirbel von röhrenden schwerfälligen dicken Wansten, die sich sardinen-in-der-dose-gleich aneinander reiben, über- und unterrutschen und sich dann und wann die Zähne zeigen.

Der Abend endete im Frascati, dem – glaubt man zumindest einigen Gourmetmagazinen der USA – zweibeliebtesten Restaurant der Stadt, in dem ich zum Glück vor einigen Wochen noch einen Tisch ergattern konnte. Eine herrlich erfirischende und urhure sympathische Bedienung, ein geiles Ambiente, direkt an den vorbeifahrenden Cablecars und ein spritiger aber derart mundender Weisswein wurden durch das hervorragende Essen abgerundet, so dass am Abend für nichts andere mehr Zeit blieb als zufrieden, betrunken und mit einem breiten Lächeln ins Bett zu fallen und der Dinge zu träumen, die da noch kommen mögen.

Bevor ich weiter schreibe, muss ich aber dringend noch einige Dinge loswerden, die mir hier in den letzten drei Tage wie Schuppen aus den Haaren gefallen sind...ähh...ich meine aufgefallen sind.
Die Toiletten: Jeder weiss, ja, dass – zumindest wenn man den stereotypen Äusserungen vieler Menschen glauben schenken darf – das Umweltbewusstsein der Amerikaner unausgeprägter ist, als das eines Durchschnittseuropäers. Ich werde nach bisher mit Sicherheit nicht ausreichenden Einblicken ein endgültiges Urteil fällen dürfen, aber hey...wie kann man Standardmässig Toiletetn so bauen, dass die Kloschüssel per se schon mit ca. 20 Litern fast bis zum Rand gefüllt ist und diese gesamte Menge beim Spülen inkl. weiterer Hektolitern an Trinkwasser als Spülung per se einfach down the drain geht. Das ganze hat nun wirklich KEINE Vorteile. Weder begrüssen die meisten die erfrischenden Spritzer von unten, wenn man ein grosses Geschäft abschliesst, noch möchte man beim Pinkeln (man entschuldige meine Ausdrucksweise) als Mann seinen besten Jungen „dippen“ oder als Frau, die Springbrunnenspritzer an den Schenkeln fühlen. Aber das ist halt so...zumindest in jeder Toilette in SF.
Der Abschluss eines Restaurantbesuches in Europa entsteht durch die Bitte an den Kellner, doch bitte die Rechnung zu bringen. Ganz egal ob es „Zahlen!“ „La quenta costa“ oder die typische Handbewegung mit den aufeinanderreibenden Fingern und ein trostloser Blick dem Kellner entgegen ist, der ihm sagen soll, dass man keine Ahnung hat, was „Die Rechnung bitte“ in seiner Sprache heisst. Hier in Amerika ist es aber so, dass der Kellner zum Teil noch während des Genusses der Desserts fragt, ob er gerade noch etwas für dich tun kann. Ein – wie auch immer intoniertes oder dargestelltes – Negieren dieser Frage wird mit dem Vorlegen der Rechnung auf den Tisch beantwortet. Mir als Europäer missfällt das, aber auch ich werde in der Lage sein, mich darauf einzustellen und beim nächsten Mal irgendwas unnegierendes aber auch nicht zustimmendes zu murmeln. Mal sehen was passiert.
Tips: Damit meine ich nicht, was man sich unbedingt mal anschauen sollte oder ähnliches, sondern das Trinkgeld. Ist ja schön, dass die Amerikaner häufig in ihren Jobs unterbezahlt sind, aber ich empfinde es als Frechheit, dass mir jedes Schild in jedem Laden (ob das der Bäcker, das Restaurant, das Cablecar, der Bus oder die fahrbare Würstchenbude im schäbigsten Teil der Stadt ist) vorhalten muss, dass Tips im Preis not included sind und man einen solchen erwartet oder noch schlimmer in die Speisekarte schreibt, dass ein Trinkgeld von mindestens 15% erwartet wird! Nennt mich spiessig, aber wo sind wir denn? Der Lonely Planet als eines der führenden Reiseführer dieser Welt (wie ich finde), schreibt über USA doch tatsächlich, dass man bei gutem Service mindestens 15% geben sollte und „nur“ 10%, wenn einem der Service missfallen hat – hey wo leben die denn? Wenn mir der Service missfallen hat, gibt es einfach mal nüscht! Na gut, müssen die sich halt mal zur Abwechslung an mich und nicht umgekehrt gewöhnen.

Aber kommen wir zum letzten Tag in San Francisco...dem Mittwoch, der so einige Überaschungen parat hatte. Er begann in einer herrlischen Bäckerei direkt am Wasser mit Sourdough, das unserem deutschem Sauerteig einiges voraus hat. Dann ging es auf das Schiff nach Alcatraz. Wenn man davon absieht, dass es vogelbedingt an vielen Ecken mehr als streng riecht, ist diese Insel mehr als beeindruckend. Ob das Interesse aus einer Filmliebe zu „The Rock“ oder „Die Flucht von Alcatraz“ herrührt, man sich aus rein historischen Gründen für das Gefängnis interessiert oder die Aussicht geniessen und die Lokalitäten bestaunen möchte. Ein Muss – wenn auch natürlich höchst touristisch angehaucht - für jeden Besucher, wie ich finde. Ein Highlight kann ich jetzt garnicht benennen, aber das was die Häftlinge häufig gesagt haben, wird einem dort ganz nah vor Augen geführt: „Du siehst jeden Tag diese wunderschöne Stadt, die beeindruckende Brücke, bist nur eineinhalb Meilen entfernt und doch ist es einfach unerreichbar für dich – das frustriert am meisten. Es musste ehrlich hart gewesen sein, diesen wunderbaren Ausblick jeden Tag zum Teil nur durch 10cm grosse Fenster „geniessen“ zu dürfen und doch niemals dort hinzukommen. Okay...und die 30 Sekunden in der stockdunklen Isolationszelle waren auch ein Erlebnis der Sorte „once for 30 seconds, but no more“.

Nach der Rückkehr von der Insel hatten wir die hervorragende Ideen uns Velos zu mieten und den Rest der Sightseeingtour auf dem Drahtesel zu absolvieren. Eine herrliche Idee, gäbe es da nicht diesen einen...nein...dazu später.

Wir fuhren direkt am Strand entlang, immer Golden Gate und Alcatraz im Blick, das Wetter war pure pleasure und die Kamera musste alle paar Minuten für den nächsten beeidruckenden Shot herausgeholt werden. Leider ist der Teil unter der Golden Gate Bridge, der in Vertigo genutzt wurde, geschlossen, aber man kommt bis ca. 10m heran und hat einen tollen Blick von unten die Brücke entlang. Noch besser war natürlich die Tour direkt über die Brücke – wären da nicht die lärmenden Auto links neben einem gewesen – ein Traum. Was wirklich witzig ist, ist die Verkehrführung für Fussgänger und Radfahrer, denn je nach Wochentag und Uhrzeit muss man für eine bestimmte Richtung entwederr die westliche oder die östliche Seite des Fussgängerweges nutzen, wobei die östliche Seite die touristisch wertvollere ist.
Nun gut...kommen wir zum Highlight: Nachdem wir die Brücke überquert haben und erfolgreich die falsche Abzweigung genommen haben, was mit einer erneuten Anstieg belohnt wurde, um schlussendlich den wahren Anstieg nochmal durchleben zu dürfen, genossen wir einen atemberaubenden Blick von der anderen Seite der Bucht und der anderen Seite der Brücke auf die Stadt. Die Fahrräder waren sicher abgeschlossen und ich verlor in geistiger Umnachtung und doch bei vollen intellektuellen Fähigkeiten meinerseits das erste Mal in meinem Leben einen Schlüssel – in diesem Fall den Fahrradschlüssel der abgeschlossenen Velos an dem maximal weit entferntesten Punkt von der Ausleihstation. Nach Flüchen, dem Bereuen der Flüche, weil das könnte ja schlechtes Karma herbeiführen und schlussendlich doch wieder Einsteigen in die Kunst des Fluchens – und nicht weiter erwähnenswert einer nicht von Glück erfüllten Suche nach dem Objekt der Begierde – musste ich die Station mit meinem Handy anrufe und um Hilfe bitten. Das wär nur halb so schlimm, wenn ich denn wenigstens ein Netz gehabt hätte. Als ich dieses Problem nach langer Arbeit endlich in Griff bekam, musste ich der Dame ungelogen fünf mal erzählen, wo ich denn nun genau wäre, welches sie nur mit einem schnippischen „Ohhh..“ kommentiert als sie endlich kapiert hat, wo ich respektive das von Ihnen gewollte Velo denn wäre. Als ihr Tipp, das Velo aufzubrechen nicht fruchtete („Womit? Mit meinen Zähnen oder soll ich ihm so lange gut zureden bis er selbst nachgibt?“), entschieden wir uns für die Variante „Velo zurücklassen, Pickup- und Aufbrechgebühren bezahlen, auf dem Gepäckträger gen Fähre stolpern und alles ganz schnell wieder vergessen“.
Der Abend wurde dann aber im ausgewiesenermassen besten Restaurant der Stadt – im Gary Danko – einem krönendem Abschluss zugeführt. Ich weiss nur noch, dass es 4 Gänge & einen überragenden Weisswein gab. Nein ehrlich...ich kann mich an jedes einzelne Geschmackerlebniss jedes Ganges erinnern. Es war in jeder Hinsicht eine Offenbarung. Ob der Service, die Weinberatung, die Toilette (Springbrunnen, klassische Musik, verschiedenste Parfums, Schuhputzer, natürlich Frottee-Handtücher für jeden Gast) oder die gesamte Atmosphäre...es war herrlich. Ich habe ehrlich schon in so einigen Gourmettempel Deutschland und vor allem der Schweiz gegessen, aber solch ein perfektes Dinner (wie es im Fernsehen doch immer so gerne genannt wird) habe ich ehrlich noch nie erlebt. Und hätte irgendjemand höheres mein Leid auf der anderen Seite der Golden Gate Bridge wiedergutmachen wollen, ging es anschliessend mit dem CableCar wieder zurück nach Hause ins Hotel – und zwar die gesamte Route von Fisherman's Wharf bis zum Union Square vollkommen allein. Der Fahrer machte seine Witze, gab einige Songs zum Besten und war bester Laune seinem verdientem Feierabend entgegen zu gehen. Wir genossen einfach das Ambiente, die Stimmung und vor allem das Surfen am CableCar hängend im lauen Sommernächtchen. Mir würden zwar noch einige Stories zum fast protrusierenden Ausschnitt unser Tischnachbarin mit ihrem asiatischem Begleiter einfallen, aber die sollte ich aus jugendschutzgründen wohl lieber für mich behalten :-).

Dann ging es weiter in den Flieger (mit ner Stunde Verspätung, da der Flughafen einfach mal so 30 Minuten keinen Strom hatte – in welchem Land leben die hier eigentlich?) nach Hawaii...aber das ist eine andere Geschichte ;-)

gruesse, die niere

PS: Ach ja...die Fotos!


Der Blick auf diese Atemberaubende Stadt direkt von Alcatraz aus...



Wohl einer der berühmtesten Ausblicke aus der Stadt, direkt von der Hyde Street runter auf Fisherman's Wharf einen Block vor der steilsten Abfahrt des CalbeCars...



Die Lombard-Street...einer der bekanntesten Strassen San Francisco...und das nur, weil sich einer dachte, blumenumsäumte Serpentinen mitten in einer normalen (also tierisch steilen) Strasse San Franciscos anzulegen...



Der Pier 39 mit seinen Seelöwen...der Krach ist ohrenbetäubend, aber man könnte den Jungs (die Mädels warten ein wenig weiter gen Pazifik vor der Brücke) ewig zuschauen...



Die Golden Gate Bridge ganz in der Nähe der Location von Vertigo...ganz ehrlich...es gab zwei Brücken, die ich bisher gesehen habe, die mir den Atem geraubt haben – diese hier ist eine davon (die andere steht in Sydney ;-))



Dies der Blick von der anderen Seite und wenige Minuten vor dem Schlüsselverlustdeseaster :-)

Jetzt aber...

gruesse, die niere
6.9.08 10:51


The journey begins

Nun sitze ich zum ersten Mal – wie ich es mir eigentlich schon lange mal gewünscht habe – in einem Flugzeig, zur Zeit genau 11582m über dem Meeresspiegel bei 855 km/h und einer Aussentemperatur von -50°C vor meinem neuen Netbook und kann mal Blog schreibn, wann und wo, es mir gerade einfällt. Aber kommen wir zum eigentlich Grund dieses Ergusses – nämlich der Start der 3-wöchigen Reise nach San Francisco & Hawaii inklusive Oahu, Big Island (das eigentliche Hawaii) und Maui.

Der Nachtdient hat am Montag morgen gegen 8 Uhr einen versöhnlichen Abschied genommen und ich hatte die letzten zwei Nächte so wenig zu tun, wie selten. Leider hat mich das in meinen somnischen Fähigkeiten nicht gerade bestätigt, sondern vielmehr vor Augen geführt, wo meine wahre Behinderung liegt (die Suche nach meiner wahren Begabung sollte an dieser Stelle wohl lieber ungenannt bleiben): Ich bin einfach unfähig einzuschlafen, wenn es sich anbietet. Ich habe trotz fehlenden Piepens des Suchers keinen Schlaf finden können. Nach 6 Nächten ist man dermassen im Rhythmus umgestellt, dass es – zumindest für meinen Körper (ich kenne da einige rühmliche Ausnahmen, die jederzeit, an jedweden Ort in den ungewöhnlichsten Stellungen narkolepsiegleich in eine Narkose verfallen können, die einem nur neidvolle Blicke ins Gesicht zaubern, wie es sonst nur Männer können, die äusserlich einem Bill Gates gleichen, aber weibliche Begleitungen dabei haben, dass man froh sein kann, wenn man vor lauter Sabbern nicht exsikiert. Wo war ich stehen geblieben...ach ja: Meine Unfähigkeit zu schlafen. Um es kurz zu machen, da es wahrscheinlich niemanden so wirklich interessiert. Ich bin einfach nicht in der Lage gewesen zu schlafen, so dass ich just in diesem Moment (wir haben gerade 16 km/h Gegenwind) – von 30 Minuten auf dem Flughafen Frankfurt und 90 Minuten hier im Flugzeugsessel abgesehen – seit 35 Stunden wach bin und ehrlicherweise gerade ganz gut damit zurecht komme. Ich hoffe, dass wir heute abend noch einen hervorragenden Cocktail in einem der angesagtesten Hotelbars ganz in der Nähe von unserem einnehmen können ohne auf der Bar einzuschlafen.

Wenn ich jetzt so schaue, merke ich gerade, dass ich eigentlich etwas komplett anderes schreiben wollte, aber mich selbst hab ablenken lassen. Aber ist ja nicht so schlimm, denn nach Dienstabgabe, dem befriedigendem Ankleben des Abwesenheitszettels am Fach und dem Frühstück von Glatz zu Hause kamen nicht mehr viele spannenden Begebenheiten, wohingegen man auch sagen muss, dass die eben beschriebenen nicht unbedingt und zwingend in die Kategorie SPANNEND gehören. Die Zugfahrt nach Basel war unspektakulär, der Flieger flog mit einer Stunde Verspätung los, aber wir haben unseren United Airlines Flug noch rechtzeitig bekommen. Die Sitze sind bequem und grossräumig (was aber auch daran liegen kann, dass wir in Economy Plus sitzen (fragt bloss nicht, warum...ich habs nicht gebucht, aber NEIN haben wir auch nicht gesagt)). Das Multimediasystem ist dem von Quantas weit unterlegen (und das sage ich mit einem ehrlich weinenden Auge). Hier laufen auf einem Briefmarkenschirm, den man sich vor die Augen kleben könnte und noch immer das Bedürfniss hätte, näher ranzugehen, 8 Filme respektive Serien gleichzeitig an und man kann dazwischen herumschalten, was man gerade sehen will – kein Vergleich zur Quantas-Videothek mit Spielekonsole, aber was tut man sich nicht alles an, wenn man 11 Stunden Flug rumkriegen will. Gerade hat ne Folge „Two men and a half“ begonnen und ich kämpfe nun mit mir, ob ich weiterschreiben soll oder erstmal die Folge zu Ende schaue.

Hab mich entschieden...bis gleich...

Und wieder da! Was wollte ich schreiben...ach ja: 2 Dinge – die Filme und der Service.
Fangen wir vorne an: Zuerst hab ich „In Bruges“ gesehen...ein kleiner englischer Film, der in Brügge in Belgien gedreht wurde und auch dort spielt. Es ist so eines dieser kleinen Juwelen, auch wenn Juwel vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen ist. Super Stimmung, tolle Charaktere, sehr ruhig und gelassen, der Plot fliesst schier dahin und ein tränenreiches, wenn auch offenes Ende. Auf jeden Fall zu empfehlen – auch für Leute, die noch nicht in Brügge waren oder mal vorhaben dorthin zu fahren. Seit dem Film hat die Stadt einen riesigen Zulauf internationaler Touristen erfahren und suhlt sich in seinem neuen Bild.
Danach kam Indiana Jones: Ein toller kurzweiliger Film mit viel Nostalgie und herrlichen Momenten, wenn...ja wenn...jemand ein vernünftiges Drehbuch geschrieben hätte (ohne Aliens), die Sprüche von Indy situationskomischer kämen, die Liebesgeschichte nicht so aufgesetzt wirken würde, die Nazis (die diesmal durch Kommunisten ersetzt wurden) wieder Nazis wären, Markus Brody wieder dabei gewesen wäre und weniger auf „big is beautiful“ sondern mehr auf „klein aber fein“ gesetz worden wäre. Kurzum: Indy IV ohne Aliens & Hochzeit, aber dafür mit Nazis & pointeierteren Dialogen wär super gewesen....so ist es nur eine easy listening Variante einer grossartigen Serie geworden, mit der ich gross geworden bin.

Last but not least: der Service der United Airlines. Da ich mich ja nun in den nächsten drei Wochen in Anglizismen üben muss: CATASTROPHIC! Das Essen war Standard, wie man es auf vielen Flügen kennt und auch nicht unbedingt anders erwartet hätte, aber die wollen tatsächlich 6$ für jedes alkoholische Getränk! Ne keine Flasche Rotwein mit billigem Ettiket und noch billigerem Bouquet soll das gleiche Kosten wie in meinem Lieblingsweinlokal in der Schweiz. Forget it! Wenigstens in der Jazz aus dem Flugzeugradio hörenswert.
Die Zwischensnacks (Obst, Knabberkram, Schoggi), die ich bei Quantas so sehr zu schätzen wusste, sind hier – von einer mikroskopischen kleinen Tüte von „Prezels“ abgesehen – einfach inexistent. Und statt kleiner Wasserflaschen mit Evian bekommt man hier Wasser aus der Kanne in Fingerhutbecher alle 2 Stunden eingeschenkt, bei dem man sich fragt, aus welchem Hotelpool sie es geschöpft haben. Naja...umso besser wird das Essen hoffentlich morgen in San Francisco werden!

Da ich gerade darauf aufmerksam gemacht werde, dass kein Mensch all das, was ich gerade zu Papier oder respektive zu LCD-Bildschirm gebracht, lesen wird oder auch nur will, schliess ich hier in dem Glauben, dass es doch einer tut (und wenn auch ich es nur bin, der sich am Ende der Reise nochmal alles zu Gemüte führen möchte). In diesem Sinne...

gruesse, die niere
5.9.08 07:07


Windige Neuigkeiten...

Aloha,

zu der Begrüssung komme ich später. Zuerst wollte ich mein lang ersehntes und endlich erworbenes Baby vorstellen. Seit 1 Woche bin ich stolzer Besitzer eines Netbooks - und zwar des MSI Wind U100.

Das ganze ist ein kleines mittelmässig leistungsfähiges Notebook, dass "nur" einen 10 Zoll Bildschirm, einen 1.6 GHz "langsamen" abgespeckten Prozessor besitzt, dabei aber auch nur so gross wie ein Buch ist und gerade mal ein gutes Kilo wiegt. Also der perfekte Begeleiter für den mobilen Menschen von heute, der ebenso wie ich einen an der Klatsche hat und glaubt ohne Internet, Multimedia und Co nicht überleben zu können.

Endlich aber habe ich ein Werkzeug mit dem ich jederzeit und überall mal schnell etwas bloggen kann ohne sich die Finger an der kleinen Handytastatur zu verrenken oder all die tollen Ideen, die man am Strand, im Flugzeug oder sonstwo hat, ungenutzt vertreichen zu lassen.

Zur Zeit bin ich im Nachtdient und hatte die Zeit, das Teil vor der grossen Reise so einzurichten, wie ich es haben will und just in diesem Moment bin ich damit fertig und wollte euch daran teil haben lassen.

Das führt mich zu dem anderen Thema...die grosse Reise. Wie in jedem Jahr, werde ich meinen Geburtstag, dieses Jahr werde ich 29C, irgendwo fernab feiern, wo mich mit Sicherheit niemand mit einer "Überaschungsparty" die Laune verderben kann . Dieses Mal geht es nach Hawaii.

Um genau zu sein, geht es direkt am Montag nach dem Nachtdienst los zum Flughafen nach Basel, von dort nach Frankfurt und wenige Stunden später (wenn man die Zeitverschiebung einfach so mal locker weglässt) landen wir in San Francisco, wo wir 3 herrliche Tage verbringen werden. Nach dem Studium einiger Reiseführer, Gastroforen im Internet und Gastronomiezeitschriften hab ich mich daran gemacht, einen Tisch in den Restaurants zu ergattern, die zur Zeit am höchsten gelobt werden. Wenn man schon einmal in der gastronomisch hochgelobtesten Stadt der USA ist, sollte man sich diese Chance nicht entgehen lassen. Und was soll ich sagen: Es ist gelungen noch jeweils einen Tisch im zur Zeit besten und den Abend davor im zweitbesten Restaurant San Francisco zu ergattern - werde dann zu einem späteren Zeitpunkt von den Gaumenfreuden erzählen. Selbstverständlich darf auch eine Fahrt mit dem Cablecar nicht fehlen und die Tickets für die Ferry nach Alcatraz ist auch schon gebucht...alles weitere folgt dann schon.

Am Donnerstag geht es dann weiter nach Oahu um dort die Natur, Strände und Menschen kennenzulernen. Dort werden wir mit Sicherheit mal bei Pearl Harbour vorbeischauen und ich werd es mir nicht verkneifen können einige ausgesuchte Filming Locations von Lost zu besuchen. Einige Tage später geht es dann nach Big Island (also Hawaii als solches), auf der wir dann eher das sportliche Programm auspacken werden - sprich Vulkan besteigen, Erdbeben fühlen, Lavaströme ins Meer begleiten, Surfen, Tauchen, Velo fahren und was es sonst noch für tolle Möglichkeiten gibt. Zur Entspannung geht es dann noch für eine knappe Woche nach Maui in ein Hotel direkt am Strand in ein Ocean-View Zimmer. Bin schon ganz kribbelig morgens als erstes den Sand zwischen den Zehen zu spüren und zum Aufwachen ein wenig in die Fluten zu steigen. Da wird auf jeden Fall viel Sonne getankt, ein wenig gegolft (der PGA-Tour Platz ist gleich hinter dem Hotel, ist aber auch schweineteuer), geschnorchelt, die Insel erkundet und mit Sicherheit der eine oder andere Liter an Cocktails geschlürft.

Nach drei Wochen hat das alles dann leider ein Ende gefunden, aber das spielt jetzt in meiner vorvorletzten Nacht vor der grossen Reise keine Rolle.

Aber mit dem Wind, werdet auch ihr immer ganz nah dabei sein...

gruesse, die niere
30.8.08 01:22


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